Viele Unternehmer denken bei Führung an Gespräche, Konfliktlösungen oder Motivation. Doch das sind nur Einzelteile. Wirklich wirksam wird Führung erst, wenn man sie als Ganzes versteht.
Warum ein System für Führung so wichtig ist
Eine große Anzahl von Führungskräften handelt erst, wenn das sprichwörtliche Fass überläuft: Ein Mitarbeiter macht Fehler, das Klima kippt oder die Motivation sinkt. Dann wird kurzfristig reagiert – ein Gespräch hier, eine Maßnahme da. Doch was fehlt, ist eine klare Struktur, eine Landkarte – ein Modell, das zeigt, wie alles zusammenhängt.
Ich nenne es das Meta-Modell der Führung. Es besteht aus sechs Bereichen, die sich gegenseitig beeinflussen. Fehlt einer davon, gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht. Nachfolgend findest du eine kurze Zusammenfassung der jeweiligen Bereiche.
1. Persönliche Entwicklung der Führungskraft
Führung beginnt immer bei dir selbst. Bevor du andere führen kannst, musst du dich selbst führen.
Das bedeutet
- deine Haltung zu reflektieren,
- dein Denken zu beobachten und
- deine Energie im Blick zu behalten.
Die meisten Probleme im Team entstehen nicht durch die Mitarbeiter, sondern durch das Verhalten der Führungskraft. Wenn du selbst unklar bist, sendest du Unklarheit. Wenn du gestresst bist, spürt das dein Umfeld und wenn du über andere urteilst, statt Verantwortung zu übernehmen, blockierst du das Wachstum.
2. Vision und Werte
Ohne Vision gibt es keine Orientierung – weder für dich noch für dein Team. Eine klare Vorstellung davon, wohin dein Unternehmen sich entwickeln soll, hilft dir, Prioritäten richtig zu setzen und Entscheidungen sicher zu treffen.
Ergänzt wird sie durch Werte, die deinen Handlungsrahmen festlegen. Werte geben deinem Team Halt und bestimmen, wie ihr unter- und miteinander arbeitet.
3. Erwartungen und Kommunikation
Viele Konflikte im Handwerk entstehen, weil Erwartungen nicht klar ausgesprochen werden.
Ein Beispiel: Wenn ein Bauleiter nicht so arbeitet, wie du dir das vorstellst – hast du jemals genau erklärt, was du erwartest? Hast du Abläufe, Verantwortlichkeiten oder Standards dokumentiert? Wenn nicht, liegt das Problem nicht beim Mitarbeiter, sondern im System.
Kommunikation heißt:
- Erwartungen formulieren,
- Feedback geben und
- Missverständnisse vermeiden, bevor sie entstehen.
4. Entwicklung und Wachstum
Jeder Mensch ist anders – und das ist gut so. Deine Aufgabe ist es, herauszufinden, welche Stärken deine Mitarbeiter haben und wie sie diese im Unternehmen entfalten können. Wenn du Entwicklung planst und aktiv begleitest, entsteht Loyalität und Menschen, die sich bei dir weiterentwickeln, bleiben am Ende auch bei dir.
Deshalb ist Führung für dich und dein Team kein Kontrollinstrument, sondern eine Wachstumsaufgabe.
5. Struktur und Potenzialbewertung
Die richtigen Menschen müssen an den richtigen Stellen sitzen. Das klingt zwar simple, aber ist oft der Knackpunkt in Unternehmen.
Manche Mitarbeiter sind fachlich stark, aber keine Führungspersönlichkeiten. Andere sind kreativ, aber unorganisiert. Deine Aufgabe ist es, diese Talente zu erkennen – und sie so einzusetzen, dass sie ihre Stärken leben können.
Wenn du Strukturen schaffst, in denen Menschen in ihren „Geniezonen“ arbeiten können, profitierst du doppelt: durch Leistung und Zufriedenheit.
6. Führung im Alltag
Hier geht es um Disziplin, Klarheit und Konsequenz. Führung heißt Haltung, im Alltag präsent zu sein, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und den Kurs zu halten – und zwar auch und vor allem dann, wenn es unbequem wird.
Führung im Alltag bedeutet also, Grenzen zu setzen, Verantwortung zu übernehmen und Entwicklung zu ermöglichen – Schritt für Schritt.
Fazit: Das große Ganze
Alle sechs Bereiche hängen zusammen.
- Wenn du nur an der Kommunikation arbeitest, aber deine eigene Haltung nicht reflektierst, bleibst du oberflächlich.
- Wenn du Ziele definierst, aber keine Strukturen hast, verpuffen deine Ideen.
- Wenn du deine Mitarbeiter entwickeln willst, aber selbst stehen bleibst, wirkt das unauthentisch.
Richtige Führung ist nicht kompliziert, wenn man sie versteht. Sie beginnt bei dir, erfordert Klarheit sowie Methodenkompetenz im Alltag, Selbstverantwortung und Wachstum und funktioniert nur, wenn du die Zusammenhänge kennst. Mit dem richtigen System erkennst du, wo du stehst, und kannst gezielt an den Bereichen arbeiten, die wirklich den Unterschied machen.
👉 Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch auf johannesgronover.de buchen.
🎧 Hör dir jetzt die komplette Folge und mehr auf Spotify, Apple Podcasts oder Amazon Music an.